Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker

BApK

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Der BApK stellt sich vor

Der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) hat eine abwechslungsreiche Geschichte erlebt. Im Jahre 1985 ist der BApK gegründet worden. Bereits seit der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre hat es Impulse gegeben, den Angehörigen in der psychiatrischen Versorgung eine größere Bedeutung beizumessen. Zu Beginn der 1970er-Jahre ist es der spätere Mentor der deutschsprachigen Sozialpsychiatrie, Prof. Klaus Dörner, gewesen, der beispielsweise in einer psychiatrischen Tagesklinik in Hamburg die Idee einer Angehörigengruppe erprobt hat. In den Reihen des Dachverbandes Psychosozialer Hilfevereinigungen (heute: Dachverband Gemeindepsychiatrie) hat es nicht nur vereinzelte Angehörige gegeben, die der eigenen Rolle in der Psychiatrie eine politische Bedeutung haben geben wollen. Mit der Unterstützung des Dachverbandes Psychosozialer Hilfevereinigungen wurden schon in den 1970er Jahren Tagungen für Angehörige initiiert. Im Kontext der Psychiatrie-Enquete im Jahre 1975 ist die Rolle der Angehörigen ausdrücklich betont worden.

Zentrales Anliegen ist in den Gründungsjahren (und auch schon vorher) die Gründung von Angehörigengruppen gewesen. Ein Meilenstein ist das Buch „Die Angehörigengruppe“ gewesen, das im Jahre 1984 von Asmus Finzen und Matthias C. Angermeyer herausgebracht wurde. Dieses beachtenswerte Buch hat nicht nur die Arbeit der Angehörigen in verschiedenen europäischen Ländern beleuchtet. Angermeyers und Finzens Buch haben die Unterschiedlichkeit von familienorientierten Interventionen in der deutschen Psychiatrie dargestellt.

So ist die Gründung des BApK im Jahre 1985 eine logische Konsequenz gewesen, nachdem 1982 in Bonn-Bad Godesberg und 1984 in Neckargemünd Angehörigen-Tagungen stattgefunden hatten, die eine zunehmende Vernetzung von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen anmahnten. Mit der ersten Vorsitzenden des neugegründeten BApK, Hildegunt Schütt, ist dann eine Akteurin auf die Bühne getreten, der die Lobbyarbeit in einem übergeordneten Verband in gleicher Weise am Herzen lag wie die konkrete Selbsthilfe-Arbeit in regionalen Strukturen.

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre gründeten sich Landesverbände der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen bis in die 1990er Jahre hinein. Der Fall der Mauer zwischen zwei deutschen Staaten sorgte dafür, dass die Angehörigen psychisch erkrankter Menschen eine Lobby in den neuen Bundesländern bekamen.

Durch die Institutionalisierung der Angehörigen-Bewegung konnte erreicht werden, dass die Interessen Mitbetroffener einer psychischen Erkrankung eine immer größere Bedeutung bekommen haben. Der BApK wurde immer häufiger um Stellungnahmen bei Gesetzesvorhaben auf Bundesebene gebeten. Es gab zunehmende Beteiligung an verschiedenen Initiativen – bis in die Gegenwart das Mitwirken beim Aktionsbündnis Seelische Gesundheit. Angehörige leisten ihren Beitrag bei der Entwicklung von Leitlinien, beispielsweise bei der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Der BApK lebt natürlich von zahlreichen Einzelinitiativen wie dem Aufruf „Aufsuchende Hilfen stärken!“, die der Landesverband Hamburg der Angehörigen psychisch Kranker e.V. ins Leben gerufen hat.

Wer in die Geschichte des BApK tiefer einsteigen will, der wird keine systematische Aufarbeitung finden.  Weitere Informationen zu der Geschichte zu der Entwicklung von Angehörigengruppe, Familien mit psychisch Kranken auf dem Weg zur Selbsthilfe, sowie dem aktuellen Wirken des BApK  finden sie hier: