Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker

BApK

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Richtlinien des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen zur Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen und Zuwendungsgebern

Vorbemerkung

Um die Unabhängigkeit des Verbandes zu bewahren und zu gewährleisten, dass die Interessen der Selbsthilfegemeinschaft der Angehörigen psychisch kranker Menschen auch in Kooperationen mit Partnern an erster Stelle stehen, werden im folgenden Richtlinien für die Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen und Zuwendungsgebern formuliert. Diese wurden mit den Landesverbänden beraten und verbindlich am 24. Juni 2012 in München von der Mitgliederversammlung verabschiedet. Der BApK hat sich damit auch den „Leitsätzen der Selbsthilfe für die Zusammenarbeit mit Personen des privaten und öffentlichen Rechts, Organisationen und Wirtschaftsunternehmen insbesondere im Gesundheitswesen“ der BAG Selbsthilfe (Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V.) und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes mit seinem FORUM chronisch kranker und behinderte Menschen angeschlossen. Der BApK beteiligt sich aktiv an der Beratung und Begleitung ihrer Mitglieder bei der Umsetzung dieser Leitsätze.

Der BApK erfüllt seinen Auftrag der Hilfe zur Selbsthilfe in Unabhängigkeit von den Interessen und der Einflussnahme durch Politik und Wirtschaft.

Die Lebenssituation psychisch kranker Menschen und der betroffenen Familien kontinuierlich und nachhaltig zu verbessern, ist die gesellschaftliche Aufgabe des BApK.

Die Finanzierung der Aufgaben und Projekte des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker e.V. geschieht in großem Umfang über die Beiträge der Verbandsmitglieder, der Fördermitglieder, Fördermittel der gesetzlichen Krankenversicherungen, über projektbezogene Förderungen und Spenden. Der BApK sieht die Gefahr, dass mit vielen Förderungen eine direkte oder indirekte Einflussnahme auf seine Arbeit gesucht wird. Der BApK erfüllt seinen Auftrag sachgerecht unter Wahrung seiner Neutralität und Unabhängigkeit.

Eine sich verändernde Sozial- und Gesundheitspolitik, die Einschränkung öffentlicher Förderung, die wachsende Zahl der psychisch kranken Menschen in Deutschland und die damit verbundenen wachsenden Aufgaben zwingen den BApK, nach ergänzenden Finanzierungswegen zu suchen.

Allgemeine Grundsätze

  • Die Kooperation zwischen dem Bundesverband der Angehörigen, den Landesverbänden und den örtlichen Vereinen und Gruppen und einem Wirtschaftsunternehmen oder Zuwendungsgeber muss mit den satzungsgemäßen Zielen und Aufgaben des Bundesverbandes, der Landesverbände und der Vereine und Gruppen im Einklang stehen und diesen dienen. Fördermitgliedschaften dienen der Gestaltung der langfristigen Zusammenarbeit. Darüber hinaus ist eine Unterstützung spezieller Projekte und aktueller Schwerpunktthemen der Familienselbsthilfe Psychiatrie gewünscht.
  • Jede Kooperation, Fördermitgliedschaft oder Unterstützung durch Firmen oder Zuwendungsgeber ist offen zu legen und im Bestreben nach Transparenz zu behandeln. Sobald Geldzahlungen, geldwerte Vorteile oder nicht unerhebliche Sachleistungen erfolgen, sind klare – nach steuerrechtlichen Gesichtspunkten eindeutig zuzuordnende – Bedingungen für beide Vertragspartner in schriftlicher Form festzuhalten. Einmal jährlich werden die Gesamtsummen der Förderungen durch Wirtschaftsunternehmen und Zuwendungsgeber unter Nennung der Förderer veröffentlicht.
  • Die Gemeinnützigkeit des Bundesverbandes, der Landesverbände und örtlichen Vereine und Gruppen darf durch keine Form der Kooperation gefährdet werden.
  • Der BApK achtet bei jeder Kooperation darauf, dass eine Beendigung der Unterstützung weder den Fortbestand noch den Kernbereich der satzungsgemäßen Arbeit des Verbandes gefährden kann. Soweit Projekte des BApK zu mehr als der Hälfte von einem oder mehreren Wirtschaftsunternehmen oder Zuwendungsgeber ausgestattet sind, werden diese in geeigneter Weise öffentlich ausgewiesen.
  • Die Weitergabe der Adressen von Mitgliedern der Landesverbände, örtlichen Vereine und Gruppen, Fördermitglieder oder Abonnenten der Mitgliederzeitschrift an externe Interessenten unterliegt dem Datenschutz und ist nicht zulässig.
  • Hauptamtlich Beschäftigte und Funktionsträger des BApK bewahren ihre Unabhängigkeit, indem sie keine Zuwendungen annehmen, die privaten Zwecken dienen sollen. Sie erklären schriftlich ihre Unabhängigkeit, wenn sie eine Aufgabe im BApK übernehmen.

Werbung

  • In Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen und Leistungserbringern ist auf eine eindeutige Trennung zwischen Produktwerbung des Unternehmens einerseits und Informationen des BApK andererseits zu achten. Werbung von Wirtschaftsunternehmen ist grundsätzlich zu kennzeichnen.
  • Der BApK selbst wirbt nicht für Produkte und gibt keine Produktempfehlungen. Er beteiligt sich auch nicht an der Produktwerbung von Unternehmen.

Veranstaltungen und Publikationen

  • Bei der Planung von Informationsveranstaltungen oder Broschüren für Patienten, die mit finanzieller Unterstützung von Wirtschaftsunternehmen durchgeführt werden, achtet der BApK darauf, dass die Sachverhalte an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert dargestellt und behandelt werden. Der Förderer wird in geeigneter Form benannt. Der BApK achtet auf Neutralität und Unabhängigkeit - auch in organisatorischen Fragen: die Auswahl des Tagungsortes, der Rahmen, der Ablauf und die Inhalte von Veranstaltungen werden vom BApK bestimmt. Reisekosten und Honorare sind maßvoll zu bemessen.
  • Referenten bzw. Autoren, die bei einem Wirtschaftsunternehmen oder Zuwendungsgeber angestellt sind oder in finanzieller Abhängigkeit zu diesem stehen, werden nicht unkritisch oder einseitig eingesetzt, sondern deren Verbindung wird öffentlich gemacht.

Logo-Nutzung

Die Verwendung des Namens und des Logos des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker e.V. bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Bundesverbandes. In besonderen Kooperationen gestattet der BApK die Nutzung unter folgenden Bedingungen:

  • Es wird ein schriftlicher Kooperationsvertrag geschlossen, der Rechte und Pflichten beider Kooperationspartner klar beschreibt. Tatsache und Gegenstand des Kooperationsvertrags sind zu veröffentlichen.
  • Die Produkte und Inhalte müssen dem BApK hierbei in angemessener Vorlaufzeit vorgestellt werden und zur Prüfung zur Verfügung stehen. Sollte in der öffentlichen Darstellung die „Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker“ herausgestellt werden, so ist Mitsprache und Mitentscheidung des BApK erforderlich.
  • Das Logo des BApK muss originalgetreu verwendet werden. Abweichungen von oder Änderungen der sonst üblichen Selbstdarstellung des BApK sind nicht zulässig. Eine genaue Beschreibung und Vorgaben zur Nutzung des Logos sind in der Geschäftsstelle des Bundesverbandes erhältlich.

Forschung

  • Der BApK begrüßt Forschungsanstrengungen, die einer Verbesserung der Situation psychisch kranker Menschen dienen. Er beteiligt sich mit der Kompetenz der betroffenen Familien, wenn angefragt, an Entscheidungsprozessen und Auswahlverfahren über Forschungsförderung.