Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker

BApK

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Selbsthilfe vor Ort

Die Struktur der Selbsthilfe

Es kommt wohl auf die Einstellung des Betrachters an, ob man die Selbsthilfe-Landschaft im Bereich der psychischen Erkrankungen als blühende Wiese oder Flickenteppich bezeichnen mag. Fakt ist, dass es landauf, landab viele Selbsthilfegruppen gibt, die sich dieser Landschaft zuordnen lassen. Neben großen, bundesweit tätigen Verbänden wie der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie oder diagnosebezogenen Selbsthilfevereinigungen gibt es eine große Anzahl von regionalen Gruppen zu den verschiedensten Themenbereichen.

Hier steht weniger die politische Interessenvertretung für die Belange der Patienten im Vordergrund, sondern es geht zuerst oder ausschließlich um gegenseitige Unterstützung und den Erfahrungsaustausch. Daneben findet man dort zugleich auch oft gute Kenntnisse über die Versorgungssituation vor Ort.

Es liegt in der Natur der Sache, dass ehrenamtliche Selbsthilfegruppen eine sehr dynamische Angelegenheit sind, wo ein Kommen und Gehen herrscht, Gruppen gegründet und dann auch wieder geschlossen werden. Deshalb ist es nahezu unmöglich, eine aktuelle Übersicht über das Geschehen zur Verfügung zu stellen.

Unten stehende Verzeichnisse können Ihnen aber sicher bei der Suche eine erste Orientierung geben. Bitte beachten Sie jedoch, dass zum Schutz ihrer Privatsphäre viele Gruppen nicht in öffentliche Verzeichnisse aufgenommen werden wollen. Soweit diese Gruppen in Landes- oder Bundesverbänden organisiert sind, können Sie dort die Kontaktdaten erhalten (entsprechende Hinweise finden sich in den Verzeichnissen).

Fast überall gibt es regionale Selbsthilfe-Kontaktstellen. Auch über diese Kontaktstellen können Sie in der Regel erfahren, welche Selbsthilfegruppen es in Ihrer Umgebung gibt. Ein Verzeichnis der Selbsthilfe-Kontaktstellen finden Sie in den sog. "Roten Adressen" der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).

Mehr über das Wesen und die Möglichkeiten von Selbsthilfegruppen finden Sie

Verzeichnisse mit regionalen Selbsthilfe-Angeboten:

Landesverbände des BApK: Angehörigengruppen-Verzeichnisse

soweit vorhanden mit Links zu den Verzeichnissen des jeweiligen Landesverbands
Suche nach Bundesland möglich

"Selbsthilfenetz Psychiatrie": Gruppen für Betroffene und Angehörige

Suche nach Region
Suche nach Diagnosebereich

"Selbsthilfenetz Psychiatrie": Verbände und Netzwerke

Verschiedene Auswahlmöglichkeiten

Kooperationspartner des BApK: Selbsthilfegruppen-Verzeichnisse

soweit vorhanden mit Links zu den jeweiligen Verzeichnissen
Suche nach Diagnosebereich möglich

Das "Herzstück" – die Selbsthilfegruppen

Selbsthilfe ist schon vom Begriff her untrennbar mit Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit verbunden. In Bezug auf uns als Angehörige von psychisch Kranken heißt dies:

  • Wir wollen den Zustand der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins überwinden, in den uns die Erkrankung unseres Familienmitglieds oft bringt.
  • Wir wollen selbstbestimmt und solidarisch mit unseren erkrankten Familienmitgliedern leben.
  • Wir wollen, dass die Rechte aller Beteiligten gewahrt werden.

Dazu können wir selbst viel beitragen. Zum Beispiel, indem wir uns informieren und unser Verhalten sowie unsere Reaktionen der Situation anpassen. Indem wir intervenieren, wenn wir sehen, dass der oder die Erkrankte sich nicht selbst helfen kann.

Doch oft überfordern diese Aufgaben unsere Kräfte, wir vermissen Verständnis und einen Ort, an dem wir offen über unsere Sorgen und Nöte, auch über Wut und Frustration reden können. Dieser Ort kann eine Angehörigengruppe sein, wie sie an vielen Orten existiert. Mal ist es eine offene Gruppe, wo jeder kommen und gehen kann, wie er will; ein andermal eine geschlossene Gruppe, die Neue erst auf Nachfrage aufnimmt. Der Teppich der Selbsthilfegruppen ist bunt. Das ist gut so.

Eines ist den Gruppen gemeinsam: ihre Mitglieder stellen im Lauf der Zeit fest, dass sie mit den Problemen nicht allein stehen. Es tröstet, aber es fordert auch zum Weiterdenken auf. Denn nicht immer sind die Schwierigkeiten "nur" persönlicher Natur. Nicht immer ist Hilfe und Information durch das Gespräch in der Gruppe ausreichend.

Häufig sind es Probleme mit dem Hilfesystem selbst, die Angehörige zur Verzweiflung bringen.

  • Hier fehlt es an Hilfe in der Krise,
  • dort gibt es Probleme mit den Krankenkassen oder anderen Kostenträgern,
  • hier will niemand in der Klinik mit den Angehörigen reden,
  • dort werden sie bei der Zukunftsplanung für den Kranken ungefragt verplant und zur Kasse gebeten,
  • die Liste der Zumutungen kann lang sein.

Als Stimme für Familien mit psychisch Kranken haben sich viele engagierte Angehörige in den letzten Jahrzehnten Verdienste erworben. Das alles geschieht weitgehend ehrenamtlich und oft zusätzlich zu erheblichen persönlichen Belastungen.

Wenn Sie mehr über die Selbsthilfegruppen wissen wollen,

  • wie sie entstanden sind
  • welche Idee dahinter steht
  • wie sie ablaufen
  • für wen Angehörigengruppen geeignet sind
  • welche Risiken es gibt
  • was es kostet

empfehlen wir Ihnen die Ausführungen von Susanne Heim