BApK

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Songs of weirdness

Immer mehr Musikerinnen und Musiker erzählen in ihren Liedern von ihren psychischen Problemen. Das ist ein Fortschritt, oder?

Als Kurt Cobain, Sänger der Band Nirvana, sich 1994 das Leben nahm, war der Schock riesengroß.  Und das, obwohl er in seinen Liedern von seinen Problemen sang und jeder sehen konnte, wie er allmählich in einem Strudel aus Depression und Drogen zu versinken drohte. Offen darüber sprechen konnte er nicht. Zu groß war die Angst, dass dies seiner Karriere schaden könnte.

Waren Künstler von Depressionen, Angstzuständen, Bipolarität und andere psychische Krankheiten betroffen, wurde das vom Management wenn möglich totgeschwiegen. Diese Themen waren in der Musik bis vor wenigen Jahren tabu. Das hat sich radikal geändert. „Man könnte schon fast sagen, es ist trendy – es wurde zu einem Phänomen. Sogar in Liebesliedern gibt es Hinweise, wie Musiker mit Angstzuständen umgehen, wenn zum Beispiel jemand nicht auf eine Textnachricht eingeht oder es von den negativen Gefühlen handelt, die einen überkommen, wenn jemand mit uns Schluss macht,“ sagt die Musikkritikerin Tatiana Tenreyro.

Tatsächlich erzählen  immer mehr Musikerinnen und Musiker in ihren Liedern von ihren psychischen Problemen. Als sich der amerikanische Rapper Kanye West in einem Interview zu seiner Bipolarität bekennt, ist das ein Bericht in den Abendnachrichten wert. Die australische Sänger-und Songwriterin SIA redet offen über ihre zwanghafte Abhängigkeit von der  Aufmerksamkeit und Bestätigung anderer Menschen und hat mit ihrem Song "Speed Dial Number Two" eine Hymne auf ihren Therapeuten geschrieben. Und der bekannteste Song des Rappers Logic, 1-800-273-8255, ist benannt nach der  Suicide-Hotline.

Auch die US-amerikanische Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Lady Gaga leidet seitdem sie ein Teenager war an einer Ess-Störung und Depressionen. In einem Interview berichtet sie, wie sie jeden Tag unter der Erkrankung und Angstzuständen gelitten habe. Sie hat die Organisation „Born This Way“ gegründet. Mit ihr setzt sie sich für Jugendliche ein, die an Depressionen leiden.

Ihre Fans finden die neue Aufrichtigkeit gut. Sie unterstützen die Musiker und Musikerinnen mit positiven Kommentaren in den Sozialen Medien Psychische Probleme können eben jeden treffen. Egal, ob du berühmt bist oder nicht, dir die Leute zujubeln oder du vor einer Mathearbeit schwitzt.

Wenn berühmte Menschen sich zu ihren Problemen bekennen, kann es Mut machen, auch selbst über die eigenen Ängste und Schwierigkeiten zu sprechen. Wie findet ihr es, wenn Musiker über ihre persönlichen Probleme singen? Welche Songs fallen euch bei diesem Thema ein? Schreibt uns!

Trostmann.bapk(at)psychiatrie.de