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Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen

BApK

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Mit dem schwarzen Hund leben

Ich als Leserin kann mir sicher sein, dass all die Tipps und Hinweise erprobt und persönlich getestet wurden. Ich kann daher das Buch für alle Angehörigen empfehlen, welche etwas mehr über die Krankheit Depression und den richtigen Umgang damit erfahren möchten. Auch ist es eine wichtige Lektüre für alle Angehörigen, welche sich verstanden fühlen und wissen möchten, dass sie nicht alleine sind.


In dem als Bilderbuch angelegten Ratgeber für Angehörige von depressiven Menschen gibt der Autor der Krankheit die Gestalt eines schwarzen Hundes, der die Befindlichkeiten der Betroffenen einfühlsam und sehr real symbolisiert. Ebenso werden in dem Buch Tipps vermittelt, wie Angehörige Hilfe und Unterstützung bekommen. Das Buch wendet sich hauptsächlich an depressive Erwachsene und deren Angehörigen, jedoch ist es aufgrund der bildlichen Darstellung auch für Kinder und Jugendliche geeignet, um den Zugang zu dem Thema Depressionen zu erleichtern. Oftmals betrifft die Thematik nicht nur den Betroffenen und einen Angehörigen, sondern eine ganze Familie mit Kindern. Gerade Kindern wird das Thema durch die vielen Bilder einfach und verständlich vermittelt, sodass sie verstehen können, welche Erkrankung die Familie nun gemeinsam besiegen muss.

Matthew Johnstone war selbst von Depressionen betroffen und hat für sich einen Weg aus der Erkrankung gefunden mit Hilfe seiner Frau Ainsley. Diesen Weg aus der Depression teilt er mit seinen Lesern in mehreren Büchern. All seine Bücher handeln hauptsächlich von dem Thema Depression, aber er veröffentlichte auch ein Buch zum Thema Resilienz.

Inhaltlich geht es in dem Buch darum, wie Angehörige von depressiven Menschen lernen können, mit der Krankheit des Gegenübers umzugehen. Der Autor beschreibt hier vorrangig, welchen Platz eine Depression in einer Partnerschaft einnehmen kann und wie beide Partner damit umgehen können. Das Buch wird hierbei in verschiedene Kapitel gegliedert. Zuerst geht der Autor darauf ein, wie sich eine Depression bei Angehörigen bemerkbar machen könnte. Beispielsweise vernachlässigt der depressive Partner die Körperhygiene oder ist sehr schnell wegen Kleinigkeiten traurig oder wütend. Dann beschreibt der Autor den optimalen Umgang mit dem betroffenen Partner und gibt Tipps, welche Handlungen man als Angehöriger unterlassen oder welche Aussagen man nicht unbedingt treffen sollte. Dazu gehört für den Autor unter anderem der Satz, dass es Menschen auf der Welt gibt, denen es doch viel schlechter geht als dem Betroffenen. Ein weiteres Kapitel des Buches sind Ratschläge für Angehörige, was man Gutes tun oder sagen könnte, damit es dem Betroffenen wieder besser geht. Als Beispiel nennt er ein behutsames Herantasten an das Thema Depression oder wie man den Partner dazu bringt, sich professionelle Hilfe zu suchen. Auch geht der Autor in einem Kapitel darauf ein, wie man die Depression akzeptieren könnte. Diese Akzeptanz gilt dann nicht nur für den depressiven Partner, sondern muss auch von den Angehörigen gelernt werden. Er empfiehlt unter anderem, dass der Partner und der Angehörige ein paar Vereinbarungen treffen können, während die Depression anhält und die Partnerschaft beeinflusst. Das letzte Kapitel beschreibt ein paar Ideen des Autors, wie man sich als Angehöriger selbst schützen könnte, damit die Depression sich nicht auf andere überträgt. Wichtig ist unter anderem hierbei, dass man sich als Angehöriger selbst auch Unterstützung in Form von Freunden oder Selbsthilfegruppen suchen darf, um sich austauschen zu können. Am Ende des Buches beschreibt der Autor eine Art Plan B, welchen man als Angehöriger ergreifen kann, wenn die Depression des Partners schlimmer werden sollte.

Das Buch besteht nicht nur rein aus Texten, sondern vorrangig aus Illustrationen. In jedem Kapitel greifen mehrere Illustrationen und kleine Texte das jeweilige Thema auf und beschreiben dies anschaulich und verständlich. Zwischen den verschiedenen Illustrationen finden sich auch mehrere Seiten reiner Text, in denen verstärkt auf bestimmte Themen eingegangen wird oder nachträglich brauchbare Tipps gegeben werden.

Als ich das Buch in den Händen hielt, habe ich zuerst ein reines Textbuch erwartet. Ich war sehr überrascht, als ich die verschiedenen Illustrationen entdeckte. Aber ich wurde positiv überrascht, denn genau diese Illustrationen sind die Geheimwaffe dieses Buches und machen das gesamte Werk aus. Es wird mit Hilfe der Bilder anschaulich und verständlich für Angehörige erklärt, wie sich eine Depression beim geliebten Partner bemerkbar machen und auf welche Anzeichen man achten kann. Auch wird aufgezeigt, welches Verhalten unterstützend für den Partner sein kann und welches Verhalten eher unterlassen werden sollte. Hinzu kommen noch viele wichtige Tipps und Hinweise vom Autor, beispielsweise rät er, dass der betroffene Partner und der Angehörige eine Art Vereinbarung während der depressiven Phase treffen können. Er gibt auch Hilfestellungen, falls sich die Depression verschlimmern sollte. Aufgrund der Illustrationen wird aus dem schwer verdaulichen Thema Depression ein besser verständliches Thema vermittelt. Das Buch gibt dem Leser auch das Gefühl, verstanden und unterstützt zu werden. Oftmals wird leider bei betroffenen Patienten der Angehörige vergessen, obwohl dieser auch mitleidet und Unterstützung benötigt. Viele Angehörige können daher überfordert mit der Gesamtsituation sein und sind verzweifelt. Ich finde es sehr positiv, dass ein Buch existiert, welchen den Angehörigen an jedem Punkt abholt, an dem er Hilfe benötigt und auch vermittelt, dass dieser ein Recht auf Hilfe und Unterstützung hat.

Mir hat persönlich auch sehr gut gefallen, dass der Autor als Betroffener und seine Frau als Angehörige das Buch verfasst haben. Dies verleiht dem Buch eine gewisse Authentizität. Ich als Leserin kann mir sicher sein, dass all die Tipps und Hinweise erprobt und persönlich getestet wurden. Ich kann daher das Buch für alle Angehörigen empfehlen, welche etwas mehr über die Krankheit Depression und den richtigen Umgang damit erfahren möchten. Auch ist es eine wichtige Lektüre für alle Angehörigen, welche sich verstanden fühlen und wissen möchten, dass sie nicht alleine sind.


Titel: „Mit dem schwarzen Hund leben“
Autor: Matthew und Ainsley Johnstone
Erscheinungsgort: München
Erscheinungsjahr: 2009
Verlag: Verlag Antje Kunstmann
Seitenanzahl: 80
ISBN: 978-3-88897-594-3

Eine Rezension von Kristin über das Buch "Mit dem schwarzen Hund leben" von Matthew und Ainsley Johnstone erschienen beim Antje Kunstmann Verlag.
Mein Name ist Kristin und ich bin 33 Jahre alt. Ich bin hauptberuflich Zahnärztin und studiere parallel dazu noch Psychologie als Fernstudium. Aufgrund meines Zweitstudiums bin ich sehr an dem Thema psychische Erkrankungen und an der optimalen Betreuung von Betroffenen und Angehörigen interessiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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