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Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen

BApK

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Aktuelles

Bei Corona-Maßnahmen die Bedürfnisse psychisch erkrankter Menschen berücksichtigen

25. März 2020

Viele Menschen sind aufgrund der aktuellen Corona-Krise schweren Belastungen ausgesetzt. Dieses gilt auch und besonders für Familien mit einem psychisch erkrankten Angehörigen. Die Einschränkungen und das allgemeine Klima der Verunsicherung führen leicht zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Wenn darüber hinaus stabilisierende Routinen wegfallen, gewohnte Abläufe nicht mehr zustande kommen, müssen die Väter und Mütter, Geschwister, aber auch Lebenspartner*innen und Freunde große Anstrengungen unternehmen, um ihre Angehörigen aufzufangen.

Besonders schlimm ist die Situation, wenn der Aufenthalt in einer Klinik, einer Reha-Einrichtung, einer Tagesklinik, einer Werkstatt, einer ambulanten Einrichtung oder einer Wohngruppe abgebrochen werden muss, weil diese schließt oder die Plätze nicht mehr für alle Hilfebedürftigen ausreichen. Auch das inzwischen erlassene Besuchsverbot in den Einrichtungen und Kliniken führt zu erheblichen Zusatzbelastungen sowohl für die betroffenen Menschen als auch für deren Angehörige.

Der BApK fordert daher die Politik auf, sich die besondere Situation psychisch erkrankter Menschen und die Belastungen ihrer Angehörigen vor Augen zu führen. Bei der Abwägung weiterer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie soll nach Möglichkeiten für Ausnahmeregelungen, Öffnungsklauseln oder andere vergleichbare Lösungen gesucht und den Betroffenen, ihren Familien und ihrem Freundeskreis zügig und unbürokratisch Hilfen zur Unterstützung angeboten werden. In diesem Sinne wirkt der BApK im Kontaktgespräch Psychiatrie der Arbeitsgemeinschaft Psychiatrie und beim Dachverband Gemeindepsychiatrie aktiv mit.