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EUFAMI-Tagung 2026

Gemeinsam mit dem europäischen Angehörigenverband EUFAMI, dem schweizerischen Verband Stand by You und dem französischen UNAFAM hat der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) am 29. Mai 2026 eine internationale Tagung in Baden-Baden ausgerichtet.

Das Tagungsthema „Wir Angehörige in Europa – Probleme, Entwicklungen, Lösungen“ bot Raum für den Austausch unterschiedlicher Konzepte und Erfahrungen mit der Selbsthilfe Angehöriger in Europa. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem grenzüberschreitenden Dialog im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz.

Nach verschiedenen Grußworten u. a. von Karl-Heinz Möhrmann (Vorsitzender BApK), Prof. Dr. Asmus Finzen und dem Ersten Bürgermeister der Stadt Baden-Baden, Alexander Wieland, eröffnete Dr. Friedrich Leidinger (Vorstand BApK) die Veranstaltung mit einem Gespräch mit Dr. med. Maria Rave-Schwank und Angehörigen. Unter der Überschrift „Von der Betroffenheit zur Selbsthilfe“ ging es in diesem offenen Dialog einmal mehr um die nicht immer einfache Beziehung zwischen dem medizinischen System und den Angehörigen. Dabei wurde vor allem die entlastende und selbstwirksame Möglichkeit der Selbsthilfe hervorgehoben.

Sehr beeindruckend war auch der anschließende Beitrag von Evelyne Kempf und Valerie Broussolle von der französischen UNAFAM Grand Est.  Mit 1.272 UNAFAM-Mitgliedern, 164 Ehrenamtlichen, 93 Vertretern im Gesundheitswesen (Aufsichtsrat, Nutzerkommissionen usw.)  und 118 Vertretern in medizinisch-sozialen Einrichtungen sind hier besonders gut ausgebaute Strukturen vorhanden.

Urs Würsch, vom Schweizer Verein Stand By You, sprach über die Situation junger Angehöriger.  Er berichtete ausführlich über die Ergebnisse der ersten repräsentativen Studie zu jungen Angehörigen in der Schweiz.

Über die verschiedenen Rolle(n) der Angehörigen in der psychischen Versorgung sprach Dr. Susanne Kappesser vom ApK Berlin.  In ihren Überlegungen zu den Machtstrukturen innerhalb der Arzt-Angehörigenbeziehung spannte sie den Bogen von Foucault bis zu den Methoden des Open Dialogue.

Die Beiträge von Laurent Lefebvre (UNAFAM) über die Möglichkeiten des Peer-Supports für Familien durch Genesungsbegleiter und Andre Decraene (Simile) zum Thema Kommunikation und Schweigepflicht stellten zwei weitere wichtige Themen in den Fokus.

Während der gesamten Veranstaltung gab es die Möglichkeit, sich mit Fragen und Anregungen in die Diskussion einzubringen. Diese Möglichkeit wurde von den zahlreichen Gästen intensiv genutzt.

Vorträge der Tagung